{"id":1274,"date":"2026-04-08T18:35:34","date_gmt":"2026-04-08T18:35:34","guid":{"rendered":"https:\/\/fanfiction.froxot.com\/?p=1274"},"modified":"2026-04-08T18:35:59","modified_gmt":"2026-04-08T18:35:59","slug":"jagderoeffnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fanfiction.froxot.com\/?p=1274","title":{"rendered":"6. Jagder\u00f6ffnung"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach ein paar weiteren Stunden Unterricht ert\u00f6nte endlich wieder die Schulglocke und entlie\u00df die Sch\u00fcler in den Nachmittag. Sie liefen fr\u00f6hlich in den Sonnenschein. Charles, Cindy und Samuel waren etwas langsamer als der Rest und lie\u00dfen sich Zeit.<br>\u00bbMeine Schwester hat geschrieben, dass sie noch Waffen hat, die wir hernehmen k\u00f6nnen. Also bisher l\u00e4uft alles nach Plan.\u00ab Cindy lief l\u00e4chelnd voraus.<br>Charles schrieb w\u00e4hrenddessen Stefano, dass er sich noch mit Freunden treffen w\u00fcrde und deshalb sp\u00e4ter kommen w\u00fcrde.<br>\u00bbPerfekt, dann schauen wir mal, was da vor uns versteckt wird.\u00ab Samuel lief neben Cindy her.<br>Charles sah von seinem Handy auf und steckte es zur\u00fcck in seine Jackentasche. Es vibrierte kurz, als wahrscheinlich Stefanos Antwort ankam, aber Charles ignorierte es.<br>Cindy hatte mit Samuel angefangen, die Grundlagen der Waffennutzung zu besprechen. Da es f\u00fcr Charles nicht wirklich relevant war, sah er sich w\u00e4hrend des Laufens um. Die Stra\u00dfe runter sah er William und Romeo, wie sie zusammen \u00fcber etwas redeten und lachend weitergingen. Unsicher dachte Charles an sein Erlebnis im Wald zur\u00fcck. Es w\u00fcrde schon nichts schiefgehen. Was war denn schon die Wahrscheinlichkeit, dass Juliette wieder auftauchen w\u00fcrde? Cindy\u2019s gl\u00fcckliches Lachen riss ihn aus seinen Gedanken.<br>\u00bbDu bist ganz sch\u00f6n langsam. Wir wollen doch noch vor Sonnenuntergang im Wald sein.\u00ab Sie lachte ihn am\u00fcsiert an.<br>\u00bbSo langsam bin ich auch nicht.\u00ab Charles fuhr sich nerv\u00f6s durch die Haare.<br>\u00bbDu bist langsamer als \u2018ne Schildkr\u00f6te.\u00ab, neckte Samuel ihn.<br>\u00bbIch bin doch keine Schildkr\u00f6te.\u00ab Charles lief ein bisschen schneller, um die Zwei einzuholen.<br>Die Drei spazierten zu Cindys Haus, welches nicht weit entfernt war. Es sah fast genauso aus wie alle anderen H\u00e4user. Der gr\u00f6\u00dfte Unterschied war, dass im Vorgarten schon sehr viel mehr Blumen angepflanzt waren als in den anderen G\u00e4rten. Cindy \u00f6ffnete die T\u00fcr und lief hinein.<br>\u00bbWartet kurz hier. Ich bin gleich wieder da.\u00ab Cindy lief eine Treppe hinauf.<br>Samuel und Charles blieben im Treppenhaus stehen, wie bestellt und nicht abgeholt.<br>\u00bbWen hat sie denn da wieder abgeschleppt?\u00ab Eine junge Frau mit langen, glatten, schwarzen Haaren und einem eng anliegenden Overall. \u00bbSeid ihr die neuen Klassenkameraden meiner kleinen Schwester?\u00ab<br>\u00bb\u00c4hm, ja.\u00ab, antwortete Charles ihr unsicher.<br>\u00bbUnd ihr wollt jetzt den B\u00e4ren jagen?\u00ab Sie lehnte sich gegen den T\u00fcrrahmen.<br>\u00bbJa, \u00e4hm, ich\u2026\u00ab Charles sah zu Samuel.<br>\u00bbSo wie ihr ausseht, wart ihr doch noch nie jagen, oder?\u00ab Cindys Schwester lachte.<br>\u00bbNat\u00fcrlich wissen wir, wie man jagt.\u00ab Samuel verschr\u00e4nkte die Arme und versuchte so zu tun, als ob er wisse, wor\u00fcber er sprach.<br>\u00bbTut euch blo\u00df nicht weh.\u00ab Sie lachte am\u00fcsiert und drehte sich zu ihrer Mutter, die gerade aus der K\u00fcche kam. \u00bbHallo, ihr Zwei. Wollt ihr etwas trinken?\u00ab L\u00e4chelte sie die Beiden an. Bevor Charles etwas antworten konnte, kam Cindy mit einer Tasche die Treppe hinunter.<br>\u00bbKeine Zeit, Mum. Wir wollen schlie\u00dflich abends wieder zur\u00fcck sein.\u00ab Sie verlor fast das Gleichgewicht, da die Tasche schwerer war, als sie aussah. Schnell griff Charles nach der Tasche und half ihr, sie sicher auf den Boden zu stellen.<br>\u00bbDanke.\u00ab Sie klopfte auf die Tasche und sah zu ihrer Familie.<br>\u00bbUnd du glaubst, dass ihr das allein hinkriegt?\u00ab Ihre Schwester sah zweifelnd zu ihr herab.<br>\u00bbWir werden uns nur verteidigen und keinen Kampf provozieren, wenn es nicht sein muss. Schlie\u00dflich haben die Beiden nicht viel Erfahrung, aber das wird schon ausreichen.\u00ab Cindy l\u00e4chelte nerv\u00f6s. Ihre Mutter und Schwester sahen nicht sehr \u00fcberzeugt aus.<br>\u00bbNaja, egal. Wir m\u00fcssen dann los.\u00ab Cindy schob Charles und Samuel fast schon aus der T\u00fcr.<br>\u00bbSeid vorsichtig, Kinder.\u00ab Cindys Mutter sah ihnen besorgt nach, aber widersprach nicht.<br>Drau\u00dfen seufzte Cindy erleichtert und lief die Stra\u00dfe herunter, w\u00e4hrend sie die Tasche mit sich schleppte.<br>\u00bbLass mich das tragen.\u00ab Charles versuchte, sie ihr abzunehmen, doch sie sch\u00fcttelte den Kopf.<br>\u00bbKeine Sorge, ich schaff\u2019 das schon allein.\u00ab Sie l\u00e4chelte ihn an und versuchte, ihre Anstrengung zu verstecken.<br>Verunsichert lie\u00df Charles ab. \u00bbJedenfalls m\u00fcssen wir hier lang.\u00ab Er f\u00fchrte sie zu dem Weg, den er zum Haus gew\u00e4hlt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Waldrand angekommen, legte Cindy die Tasche ab und \u00f6ffnete sie.<br>\u00bbCharles, hier, nimm die.\u00ab Ohne aufzublicken, gab Cindy Charles ein Gewehr. Er nahm es z\u00f6gerlich an und untersuchte es erst einmal, w\u00e4hrend Samuel eine Schrotflinte in die Hand gedr\u00fcckt bekam. Samuel war sichtlich nerv\u00f6s und starrte die Waffe in seiner Hand wortlos an. Cindy hatte f\u00fcr sich selbst ein Gewehr mit Goldverzierungen mitgenommen. Die goldenen Linien rankten sich um die Waffe wie eine Pflanze und waren auch mit passenden goldenen Bl\u00e4ttern verziert.<br>\u00bbSo, dann sind wir bereit.\u00ab Sie h\u00e4ngte sich eine kleine Tasche mit Munition um und schob die jetzt leere Reisetasche in einen Busch. \u00bbCharles, du f\u00fchrst uns.\u00ab<br>\u00bbNat\u00fcrlich. Hier entlang.\u00ab Charles konzentrierte sich darauf, seine Schritte nachzuverfolgen. Cindy erkl\u00e4rte hinter ihm Samuel, wie er die Schrotflinte benutzen soll.<br>Schon bald h\u00f6rte man nur noch Cindys Stimme, als Vogelzwitschern und Ger\u00e4usche der Stadt immer leiser wurden. In der Ferne erkannte Charles das Pl\u00e4tschern eines Baches. Es war genau der, an dem er das letzte Mal gesessen hatte, aber diesmal war es still. Kein klapperndes Fenster, das ihm den Weg weisen konnte, doch das konnte er seinen Freunden nat\u00fcrlich nicht zugeben. Entschlossen ging er in die Richtung, die er glaubte, letztes Mal genommen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sie schon eine Weile schweigend durch den Wald liefen, ihre Waffen mit einem Lederband auf dem R\u00fccken befestigt hatten und die Stille nur durch das Knacken von \u00c4sten unter ihren F\u00fc\u00dfen unterbrochen wurde, \u00f6ffnete Samuel seinen Mund.<br>\u00bbWei\u00dft du \u00fcberhaupt, wohin du gehst?\u00ab Zweifelnd sah er zu Charles vor.<br>\u00bbNat\u00fcrlich wei\u00df ich, wo wir lang m\u00fcssen.\u00ab, versicherte er ihm, obwohl auch er schon an seiner Orientierung zweifelte. Ohne das Klappern war er hier verloren.<br>Pl\u00f6tzlich sah er etwas, das ihn erstarren lie\u00df. Vor ihm war eine vertrocknete Blutlache.<br>\u00bbWas ist denn? Warum bleiben wir stehen?\u00ab Cindy sah Charles verwirrt an. Sie folgte seinem Blick. \u00bbDas sieht doch nach unserem Ziel aus.\u00ab Begeistert kniete sie sich daneben auf den Boden und fing an, die Lache zu untersuchen.<br>\u00bbVerdammt, wir sollten hier schnell weg.\u00ab Samuel sah sich paranoid um.<br>Charles erkannte die Stelle. Er kannte diese B\u00e4ume, die sandige Fl\u00e4che ein paar Meter weiter, die B\u00fcsche dazwischen. Vor seinem inneren Auge konnte Charles sehen, wie er Slalom durch die B\u00e4ume und B\u00fcsche rannte, bevor die Sch\u00fcsse fielen. Unweigerlich zuckte Charles zweimal zusammen und wandte seine Augen ab. Wie aus der Ferne konnte er seine Schmerzensschreie h\u00f6ren.<br>\u00bbIch will nicht sterben\u2026\u00ab, dr\u00e4ngte sich seine eigene Stimme in seinen Kopf.<br>\u00bbDu k\u00f6nntest einem fast leid tun.\u00ab Juliette gesellte sich zu seiner eigenen Stimme.<br>Kopfsch\u00fctteln versuchte er, wieder Stille in seinem Kopf herzustellen.<br>\u00bbSamuel hat recht, wir sollten weitergehen.\u00ab Er sah zu Cindy.<br>\u00bbAch, das hier ist kein Grund zur Sorge. Es ist schon mindestens einen Tag alt.\u00ab Sie stand auf und streifte lose Grashalme und Erde von ihrer Hose.<br>\u00bbEs ist nicht mehr weit.\u00ab Charles folgte den Schritten seines fr\u00fcheren Ichs, ob die Anderen ihm folgten oder nicht. Cindy sah ihm skeptisch nach, sie schien einen Unterschied in seinem Verhalten gesp\u00fcrt zu haben. Erinnerungen flogen an Charles vorbei wie Schatten seiner Vergangenheit und wiesen ihm den Weg zu seinem Ziel. Seine Ohren waren voll mit dem schweren Atmen seines ersch\u00f6pften Ichs, das um sein Leben rannte.<br>Da sah er es, hinter den B\u00e4umen trat das verlassene Haus zum Vorschein.<br>\u00bbWie cool.\u00ab Samuel lief voraus.<br>Cindy sah sich vorsichtig um und folgte Samuel. Vorsichtig ging Charles um das Haus und fand einen zerdr\u00fcckten, kaputten Busch. Er sah nach oben, das Fenster, durch das er entkam, war geschlossen. An den \u00c4sten hingen ein paar Stofffetzen. Z\u00f6gernd nahm Charles einen davon und folgte dann Cindy ins Haus. Samuel st\u00f6berte hyperaktiv durch Schubladen und Schr\u00e4nke, er lief im Zickzack durch die R\u00e4ume. Im Gegensatz dazu stand Cindy im Treppenhaus und untersuchte die Stahlt\u00fcr zum Keller.<br>\u00bbIch frage mich, wo das hinf\u00fchrt.\u00ab Cindy tastete ein Ger\u00e4t ab, das wie ein Kartenscanner aussah. Mit einem Klicken entfernte sie die Abdeckung und begann, an den Kabeln herumzubasteln. Fasziniert beobachtete Charles, wie sie mit Pr\u00e4zision das Ger\u00e4t auseinanderbaute und die T\u00fcr \u00fcberbr\u00fcckte. Ihre Finger bewegten sich so schnell und zielstrebig, als h\u00e4tte sie in ihrem Leben nichts anderes getan.<br>Mit einem Piepen leuchtete das Ger\u00e4t gr\u00fcn auf und die T\u00fcr \u00f6ffnete sich langsam.<br>\u00bbZu einfach.\u00ab Cindy lachte stolz und betrachtete die Treppe in den Keller. \u00bbHey, Samuel. Ich habs auf bekommen!\u00ab<br>Schon kam Samuel um die Ecke geschossen. \u00bbUnd was ist da? Reichtum?\u00ab<br>\u00bbErst mal ein Keller.\u00ab Sie schmunzelte am\u00fcsiert und bevor sie etwas Weiteres sagen konnte, war Samuel auf dem Weg nach unten.<br>\u00bbIch wei\u00df nicht, ob das so eine gute Idee ist\u2026\u00ab Charles sah Samuel unsicher nach. Es war ruhig hier. Etwas zu ruhig und wenn das alles echt war, werden dort unten mehr Leute von Osiris sein.<br>\u00bbWovor hast du denn Angst?\u00ab Cindy ging langsam die Treppe nach unten.<br>Charles klemmte einen Stuhl in der T\u00fcr ein, damit sie sich nicht schloss und folgte den Anderen. \u00bbWartet auf mich!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Unten angekommen war es still. Das Licht leuchtete in einem schwachen Rot und nicht mehr mit so strahlend hellem Wei\u00df wie das letzte Mal, als Charles hier war. Ein paar der T\u00fcren standen offen. Vorsichtig n\u00e4herte er sich der Ersten. Samuel stand in dem dunklen Lagerraum und stopfte sich Tablettendosen in die Jackentaschen.<br>\u00bbWas machst du da?\u00ab Charles nahm ihm eine der Dosen weg.<br>\u00bbHier braucht das doch sowieso niemand. Also mach dir keine Sorgen.\u00ab Er grinste am\u00fcsiert.<br>\u00bbDu wei\u00dft doch nicht mal, was das ist.\u00ab Charles drehte die Tablettendose im schwachen Licht des Ganges. Das Etikett ist unbeschriftet, nur ein Auge ist darauf abgebildet.<br>\u00bbDas sollte lieber keiner nehmen. Wir wissen nicht, was das ist.\u00ab Langsam stellte er es zur\u00fcck.<br>\u00bbWie langweilig.\u00ab Samuel rollte die Augen und verlie\u00df den Raum.<br>Charles\u2019 Augen schweiften ein letztes Mal \u00fcber das Regal. Er vergewisserte sich kurz, dass Samuel den Raum verlassen hatte, bevor er doch eine Tablettendose in seiner Innentasche verschwinden lie\u00df und ihm folgte.<br>Vom Gang her konnte er Samuel h\u00f6ren, wie er sich vermutlich bei Cindy beschwerte, dass Charles eine Spa\u00dfbremse ist. Seufzend ging er in die andere Richtung den Gang entlang, als pl\u00f6tzlich eine T\u00fcr neben ihm aufging.<br>Aus der T\u00fcr kam ein kleines M\u00e4dchen gerannt. Sie konnte nicht rechtzeitig stehenbleiben und riss Charles fast um. Er stolperte zur Seite, aber fing sich schnell wieder. Er hielt das M\u00e4dchen fest, damit sie nicht zu Boden st\u00fcrzte. Sie sah panisch zu ihm auf, bevor sie hinter sich blickte. Charles folgte ihrem Blick und sah hinter der sich langsam schlie\u00dfenden T\u00fcr einen dunklen Gang, durch den das Licht einer Taschenlampe schweifte.<br>Die anderen beiden hatten aufgeh\u00f6rt zu reden und sahen Charles verwirrt an, doch er war nur auf die T\u00fcr fokussiert.<br>Als sie klickend ins Schloss fiel, sah Charles zu Cindy und Samuel.<br>\u00bbWir sollten hier weg und zwar schnell. Ich hab ein ungutes Gef\u00fchl\u2026\u00ab<br>Das M\u00e4dchen nickte schnell und versuchte in Richtung des Ausgangs zu rennen, doch Charles hielt sie an ihrem Handgelenk fest.<br>Samuel verschr\u00e4nkte die Arme und sah kurz den Gang entlang, ehe er sich zu Charles zur\u00fcckdrehte. \u00bbWir sind gerade erst gekommen und sollen jetzt schon wieder gehen, nur weil irgendein Kind angelaufen kommt?\u00ab<br>Cindy sah sich etwas verwirrt um. \u00bbCharles hat Recht\u2026\u00ab<br>\u00bbWas?\u00ab Samuel sah Cindy schockiert an.<br>Das Licht im Gang flackerte. Bevor Samuel noch etwas sagen konnte, riss sich das M\u00e4dchen los und rannte durch den halbdunklen Gang zur Treppe.<br>\u00bbWarte!\u00ab Charles lief ihr nach.<br>\u00bbCharles?\u00ab Cindy sah ihm irritiert nach.<br>Samuel versuchte cool zu wirken und lehnte sich seitlich an die Wand. \u00bbAch, lass ihn doch. Er dreht wieder ein bisschen am Rad. Wollen wir schauen, was hier unten noch alles versteckt ist?\u00ab<br>Noch mehr verwirrt blickte sie nun zu ihm.<br>\u00bbWas denn?\u00ab Samuel war jetzt auch etwas irritiert.<br>Cindy sch\u00fcttelte den Kopf und sah zu der T\u00fcr, aus der das Kind gelaufen war. Sie zog ihren Handschuh zurecht, legte ihre Hand neben der T\u00fcr an die Wand und wartete.<br>Samuel kam n\u00e4her. \u00bbWas machst du da?\u00ab<br>Mit einem Piepen wechselte das Licht \u00fcber der T\u00fcr von gr\u00fcn auf rot. Sie nahm ihre Hand zur\u00fcck und nahm mit der anderen Hand Samuels.<br>\u00bbWir sollten hier lieber auch weg. Wer wei\u00df wovor das M\u00e4dchen weggelaufen ist.\u00ab<br>Samuel wurde etwas rot und folgte ihr ohne weitere Widerworte.<br>Nachdem die Beiden schnell die Treppe hinauf gingen, ert\u00f6nte in dem nun stillen Gang erneut das Piepsen der T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Oben angekommen, knallte Cindy die T\u00fcr hinter ihnen zu und schob einen kleinen Schrank davor.<br>\u00bbNur um sicherzugehen\u2026\u00ab Murmelte sie vor sich hin.<br>Samuel sieht sie fragend an. \u00bbWie, \u00e4hm\u2026 wie hast du die T\u00fcr da unten abgesperrt?\u00ab<br>Sie stockt kurz und sieht ihn dann mit \u00e4hnlicher Verwirrung an. \u00bbIch hab den Knopf zum Abschlie\u00dfen gedr\u00fcckt. Hast du ihn nicht gesehen?\u00ab<br>\u00bbNein\u2026 Ich\u2026 Ich hab keinen\u2026\u00ab<br>\u00bbDu musst besser aufpassen, Sam.\u00ab Sie l\u00e4chelt am\u00fcsiert, sieht kurz besorgt zur T\u00fcr.<br>Samuel folgt ihrem Blick. \u00bbMeinst du, da unten sind wirklich die M\u00e4nner, von denen Charles erz\u00e4hlt hat?\u00ab Z\u00f6gerlich sieht er zu Cindy.<br>\u00bbWas denkst du denn, wovor das M\u00e4dchen weggelaufen ist?\u00ab<br>\u00bbDas k\u00f6nnte doch alles sein.\u00ab<br>Cindy seufzte und sah zur Haust\u00fcr. \u00bbWas auch immer da unten ist, kann warten, bis wir Charles eingeholt haben!\u00ab Sie nahm ihr Gewehr vom R\u00fccken und sah bestimmt zu Samuel, der seine Schrotflinte unsicher ansah.<br>\u00bbNoch w\u00e4ren wir im Vorteil. Im Wald haben wir doch keine Chance\u2026\u00ab<br>Cindy z\u00f6gerte. \u00bbVerdammt\u2026 Du hast Recht\u2026\u00ab<br>\u00bbNat\u00fcrlich habe ich recht.\u00ab Samuel strahlte vor Stolz.<br>\u00bbDann m\u00fcssen wir uns verstecken.\u00ab Sie schob ihn in einen Nebenraum, von dem aus er die Kellert\u00fcr beobachten konnte.<br>\u00bbBleib du hier. Ich nehm die andere Seite.\u00ab<br>Bevor Samuel etwas erwidern konnte, huschte sie auf die andere Seite des Treppenhauses. Z\u00f6gernd nahm er die Schrotflinte von seinem R\u00fccken und zielte auf die T\u00fcr. Seine Finger zitterten, aber er versuchte sich nichts anmerken zu lassen.<br>Cindy legte sich auf die Lauer, wie sie es vom Jagen mit ihrer Familie gewohnt war.<br>Lange herrschte Stille. Samuel war schon etwas froh, dass nichts passierte. Vielleicht war dort unten auch nichts und sie machten sich unn\u00f6tig Sorgen. Doch genau dann h\u00f6rte er Knarzen aus der Richtung von Cindys Versteck.<br>\u00bbWaffe fallen lassen und H\u00e4nde hoch.\u00ab Durchbrach eine etwas gelangweilte Stimme die Stille. Samuel konnte etwas fallen h\u00f6ren. Unsicher und etwas ver\u00e4ngstigt kroch Samuel r\u00fcckw\u00e4rts in die K\u00fcche. Vorsichtig \u00f6ffnete er einen Schrank und kroch hinein und zog die T\u00fcr langsam zu, um kein Ger\u00e4usch zuzulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Cindy streifte den Gurt ihres Gewehrs von der Schulter und hob langsam die H\u00e4nde, w\u00e4hrend sie aufstand.<br>\u00bbWas machst du hier?\u00ab Geronimo stupste sie mit seiner Waffe an, um sie dazu zu bringen, von ihrem Gewehr wegzugehen.<br>\u00bbErkunden.\u00ab Ruhig, nur ein wenig genervt, macht sie ein paar Schritte zur Seite.<br>Geronimo kniet sich kurz hin und nimmt ihr Gewehr an sich. W\u00e4hrenddessen l\u00e4sst er sie nicht aus den Augen. Er wirft sich den Ledergurt um. \u00bbUnd wof\u00fcr brauchst du da ein Gewehr? Sollte ein M\u00e4dchen wie du nicht lieber in der Stadt bleiben, wo es sicher ist?\u00ab<br>\u00bbWie langweilig. Zu Hause war ich immer jagen. Da macht mir doch ein B\u00e4r nichts aus.\u00ab<br>Geronimo seufzt genervt. Sein Blick f\u00e4llt auf die Kellert\u00fcr, die notd\u00fcrftig verbarrikadiert wurde. \u00bbWarst du da unten?\u00ab<br>\u00bbJa, aber da war nichts Interessantes. Nur leere G\u00e4nge. Was soll an dem alten Bunker so interessant sein?\u00ab<br>Geronimo z\u00f6gert kurz. \u00bbWo sind die anderen?\u00ab<br>\u00bbDie Anderen? Ich bin alleine hier.\u00ab<br>Geronimo bei\u00dft die Z\u00e4hne aufeinander. \u00bbHalt mich nicht zum Narren. Als ob du alleine hierherkommen w\u00fcrdest.\u00ab<br>\u00bbWas soll das denn hei\u00dfen?\u00ab Ihre Stimmung schnappte von ruhig zu genervt \u00fcber. \u00bbIch kann mich gut selbst verteidigen! Nur weil ich ein M\u00e4dchen bin, hei\u00dft es nicht, dass ich nicht alleine in den Wald gehen kann oder kommt dann der gro\u00dfe b\u00f6se Wolf und frisst mich?\u00ab<br>Geronimo steckt seine Waffe seufzend zur\u00fcck an seinen G\u00fcrtel und rollt die Augen. \u00bbEs ist mir eigentlich so egal, was du hier machst, M\u00e4dchen.\u00ab Er seufzt erneut.<br>Cindy dreht sich um und verschr\u00e4nkt die Arme.<br>\u00bbKomm jetzt. Ich bring dich zur\u00fcck nach Eden. Hier drau\u00dfen ist es zu gef\u00e4hrlich. Hast du nicht geh\u00f6rt, dass hier ein B\u00e4r frei heruml\u00e4uft?\u00ab<br>\u00bbMit dem komm ich klar.\u00ab Sie grinst selbstsicher.<br>\u00bbZu deiner eigenen Sicherheit werde ich dein Gewehr f\u00fcrs Erste konfiszieren und du kommst mit zur\u00fcck. Vielleicht werde ich dann auch erstmal ein Auge zudr\u00fccken. Aber komm blo\u00df nicht wieder hier raus.\u00ab<br>Cindy rollte genervt die Augen und folgte Geronimo, der im Vorbeigehen den Schrank vor der Kellert\u00fcr betrachtete, als w\u00fcrde er ihm sagen k\u00f6nnen, was hier passiert war. Er rollte die Augen und r\u00fcckte den Schrank zur Seite, wo er hingeh\u00f6rte. W\u00e4hrend er dadurch abgelenkt war, sah sich Cindy nach Samuel um.<br>\u00bbKomm jetzt.\u00ab Genervt stapfte Geronimo nach drau\u00dfen und Cindy folgte ihm entspannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wieder Stille im Haus einkehrte, \u00f6ffnete Samuel vorsichtig die Schrankt\u00fcr und kroch heraus. Doch was er drau\u00dfen sah, lie\u00df ihm das Blut in den Adern gefrieren. Die Kellert\u00fcr stand sperrangelweit offen und heraus f\u00fchrten blutrote Fu\u00dfspuren.<br>Samuel rappelte sich auf und griff seine Schrotflinte. Er musste Charles finden und zwar schnell. Drau\u00dfen verloren sich die schw\u00e4cher werdenden Fu\u00dfspuren schnell im niedergetrampelten Gras. Desorientiert sah er sich um, als ein Rascheln ihn aus der Ruhe riss.<br>\u00bbWer ist da?!\u00ab Er stolperte zur\u00fcck, um so viel Abstand zwischen sich und den Busch zu bringen wie nur m\u00f6glich. Der Busch r\u00fchrte sich nicht. Vorsichtig nahm er seinen Mut zusammen und mit der Waffe im Anschlag n\u00e4herte er sich dem Geb\u00fcsch.<br>Als Samuel gerade noch einmal etwas sagen wollte, sprang ein Mann in zerrissener Osiris Uniform auf ihn zu. Samuel schrie und dr\u00fcckte ab.<br>Der Mann und Samuel fielen beide jeweils durch den R\u00fccksto\u00df nach hinten. Samuel zitterte und hielt noch immer die Schrotflinte fest. Langsam setzte er sich auf und sah zu dem Verletzten, der sich auf dem Boden vor Schmerz wandte. Neben der stark blutenden Schusswunde in den Magen, war seine rechte Gesichtsh\u00e4lfte zerkratzt und auch sein Auge fehlte auf der Seite.<br>Samuel stotterte etwas vor sich hin, das keiner entziffern konnte.<br>Der Mann kramte etwas aus seiner zerfledderten Jacke. Zum Vorschein kam eine Tablettendose, wie die, die Samuel im Keller gefunden hatte. Eilig stopfte sich der Mann eine Tablette in den Mund. Verwirrt sah Samuel zu. Er war zu \u00fcberfordert, um irgendetwas zu sagen, bis er sah, wie die Schusswunde anfing, sich zu schlie\u00dfen. Ein panisches Quieken entwich Samuel, als er realisierte, dass sein Gegner noch immer eine Gefahr war. Blitzschnell rappelte er sich auf und rannte, so schnell ihn seine Beine tragen konnten.<br>W\u00e4hrend der Mann hinter ihm sich langsam aufrichtete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach ein paar weiteren Stunden Unterricht ert\u00f6nte endlich wieder die Schulglocke und entlie\u00df die Sch\u00fcler in den Nachmittag. Sie liefen fr\u00f6hlich in den Sonnenschein. Charles, Cindy und Samuel waren etwas langsamer als der Rest und lie\u00dfen sich Zeit.\u00bbMeine Schwester hat geschrieben, dass sie noch Waffen hat, die wir hernehmen k\u00f6nnen. Also bisher l\u00e4uft alles nach &hellip; <a href=\"http:\/\/fanfiction.froxot.com\/?p=1274\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e6. 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